Sonntag, 9. Juni 2013

Ein Tag im Hochwaser Gebiet

Die ganze Woche begleitete uns das Wasser und David der im fernen England sahs und nix tun konnte auch. Gerade in Weimar gelandet ging es noch bevor wir Nach Hause fuhren auf Spenden einsammeln. Gestern kam dann noch ein großer Spenden Karton einer Nähfreundin hinzu ,den wir dann zusammen mit Spenden für ein Tierheim mitnahmen.
tage zuvor hatten meine Kinder bereits ihre Schränke und Regale geplündert und somit fand auch eine Tüte mit Spielzeug ihren Platz im Kofferraum.
 Samstag nach dem Mittag war es nun soweit und David und ich machten uns mit vollbeladenen Auto auf Richtung Wasser auf in Richtung seine Heimat.


Die meisten die mich kenn wissen das ich Nah am Wasser gebaut bin mir immer Sorgen mache und so war mir schon sehr flau im Magen schließlich wusste keiner von uns beiden was uns wirklich Erwartet.
Die Felder an denen man vorbei Fuhr standen mit Wasser voll und man konnte auch nach den schönen Sonnentagen noch sehen wie hoch der Grundwasser Spiegel doch lag.

Der erste halt in Merseburg führte zu einer Trocknen Stelle denn das Tierheim da ist noch nicht befahrbar. Es war schon komisch die kleine Nette Kleienhaus Siedlung und dann nur wenige Meter Land unter. Es war ein nettes Gespräch was auch klar machte wie schnell und wie überrascht man von der Situation war , ob nun seitens der Leute als auch von Behördlichen Stellen.

Weiter an einigen noch immer unter Wasser stehenden Feldern , und Plätzen fuhren wir nach Bitterfeld Davids alter Heimat. das schöne Wetter , spielende Kinder, Menschen die in Kaffees sahsen . Anfangs deutete nix auf angespannte Lage . Dies wurde mit den Polizeilichen Absperrungen allerdings anders. Ein Gespräch mit einen Polizisten brachte uns auch die völlig wirre Lage nahe, so sind doch vieler Orts Leitungen zusamm gebrochen und Informationen flossen nicht mehr wirklich wie man es von einer so Zivilisierten und weiten Gesellschaft erwartet, jedoch ist diese Situation auch alles andre als normal.

Der nächste halt war eine Notunterkunft in einer Turnhalle wo wir die Sachspenden abgaben. Es war komisch , die Sonne schien , man hörte Musik und die üblichen Party Bänke standen draußen jedoch war die Stimmung bedrückend und seltsam. ich weis jedenfalls das die spenden in guten Händen sind und das war ein Herzensbedürfnisse.
Eine Sandsack Station an der wir vorbei Fuhren zeigte uns doch deutlich das es nicht normal war und sich die Welt anders drehte.
eigentlich war es die Komplette fahrt so , wenig Autos und wenig Menschen auf den Straßen und Plätzen und das an einen schönen Tag , ein beklemmendes Band was sich irgendwie über alles legte. Menschen in Arbeitsachen, fertig, kaputt.
Unsre fahrt ging dann weiter nach Raguhn wo David Freunde traff und man sich über das Erlebte austauschte . Hier konnten man nun auch das erste mal die Mulde sehen und die vielen vielen Sandsäcke.

Eigentlich wollten wir von dort aus nach Aken fahren aber zu diesem Zeitpunkt hatte man den Ort evakuiert und man schrieb das keine Helfer mehr benötigt werden und so machten wir uns auf den Heimweg.   
Ich stand die ganze zeit auch über facebook in Kontakt und so manch einer fragte nach Fotos, ja sicherlich einfach auch um zu sehen das wir die Spenden wirklich abgegeben haben.
Nun muss ich gestehen das ich bis zu diesem Zeitpunkt kein einzigstes Bild gemacht habe. Wie könnte es mir einfallen ein Foto von einer Notunterkunft zu machen wo Menschen untergebracht sind die angst um ihre ganze Existenz haben .
Andrer Orts waren es keine Menschen die mich abhielten sondern einfach das Ausmaß an Wasser und so habe ich erst die Kamera gedrückt in Bernburg wo einige betroffene die Katastrophe auch im Bild festhielten.

Bernburg war wirklich schlimm für mich auch wenn das Wasser vieler Orts bereits weg war die ganze Situation, überall Sandsäcke , Schläuche aus kellern und Häusern die Wasser raus pumpten , Stege die gebaut waren und Straßen Abschnitte die vollkommen unter Wasser standen.
Straßenschilder wo man nur noch das schildchen oben aus dem Wasser schauen sah , es war einfach eine unglaublich bedrückende Situation: Menschen die fertig waren und denen man ansah das sie hart getroffen waren.
Für mich war es nur noch lass uns gehen Heim zu unsren Kindern und uns dankbar sein das hier alles soweit Trocken blieb.
Die heimfahrt war echt schwierig , viele Straßen waren gesperrt  und so mussten wir auch Feldwege fahren um Heim zu kommen. rechts und links Wasser und teilweise so nah an der Straße das ich echt schiss hatte.
Zu genau diesem Zeitpunkt machte der Acku unsrer Handys auch noch schlapp und ich dachte echt nur bitte lass hinter der nächsten kurve kein Wasser sein. man kann sich überhaupt nicht vorstellen wie schnell das geflossen ist und wie schnell durch ein kleinen Windstoß eine Straße überschwemmt war.
Ich bin trotz allem froh es getan zu haben und in meinen Möglichkeiten geholfen zu haben, ich hoffe David kann ein größeres Auto besorgen und eine helfende Hand denn hier sind noch einige Spenden die weggebracht werden sollen.
Ach und dann war da heute dieser Satz unter den 5 Fotos die gestern gemacht wurden : Nicht Rumstehen anpacken..... ich hoff das derjenige der das so schön schreib auch geholfen hat denn nur dann wäre so ein Satz auch nur ansatzweise berechtigt sollte dem nicht so sein beiß ich mir jetzt auf die Zunge denn mir fallen da jetzt nur ziemlich miese Sachen ein.
Fackt ist doch das gerade von mir keiner verlangen würde sowas zu bewerkstelligen und ich es tat genau wie Rollifahrer sandschippen und Kinder auch, jeder so wie er kann oder besser wie es sein verstand auch zu tun vermag.


Ich kann mich an dieser Stelle nur nochmals bei den Spendern bedanken die uns das vertrauen entgegen brachten und Sachen zur Verfügung stellten, es wird auf jeden fall noch einen Transport geben,wahrscheinlich ohne mich , denn ich geh nen paar Tage auf Urlaub ins Krankenhaus aber David bekommt das gut allein hin denk ich.

Allen Helfern von nah und fern , den kleinen und großen darf ich nur meinen aller größten Respekt aussprechen und danke sagen das ihr Mut Macht und zeigt das diese Menschheit zusammen halten kann wenn es drauf an kommt.

            

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